Eva-Maria Siuda
Zur Fotografie bin ich während der Coronazeit gekommen. Ursprünglich wollte ich aus beruflichem Interesse verstehen, wie Instagram funktioniert, und begann deshalb mit dem Handy zu fotografieren. Doch aus Neugier wurde schnell Leidenschaft. Als mir das Smartphone nicht mehr ausreichte, kaufte ich mir 2022 eine Lumix S5 und begann, mich intensiver mit den Möglichkeiten der Kamera auseinanderzusetzen.
Meine Wurzeln liegen jedoch in der Malerei. Früher habe ich viel gemalt und auch ausgestellt – vielleicht sehe ich deshalb Fotografie bis heute als einen malerischen Prozess. Licht wird zum Material, die Bewegung der Kamera zum Pinsel. Farben, Strukturen und Bewegungen verbinden sich zu Bildern, die zwischen Fotografie und Malerei entstehen.
Besonders fasziniert mich das Experimentelle: Intentional Camera Movement (ICM), Langzeitbelichtungen, Doppelbelichtungen oder Materialien vor der Linse. Durch Bewegung, Unschärfe und Überlagerungen löse ich Formen auf und lasse neue Strukturen entstehen. So wird das Vertraute verwandelt und beginnt, eine eigene poetische Bildsprache zu entwickeln.
Räumlich bewege ich mich vor allem im Ruhrgebiet, meiner Heimat. In der Natur, auf Halden und in der urbanen Landschaft suche ich nach Momenten, in denen Licht, Raum und Erinnerung miteinander in Resonanz treten. Mich interessiert weniger das dokumentarische Bild als der flüchtige Augenblick, in dem Bewegung sichtbar und Zeit spürbar wird.
Meine Fotografien sind eine persönliche Annäherung an das Ruhrgebiet – an Landschaften und Orte zwischen Vergangenheit und Verwandlung. Bilder, die einladen, sich einzulassen: auf Licht, Bewegung und Atmosphäre.
Seit Herbst 2025 bin ich Mitglied bei ObjektivArt96. Ich schätze den Austausch, die Inspiration und die Möglichkeit, Fotografie gemeinsam zu erleben und zu zeigen.